Unternehmensjubiläum strategisch nutzen zur Markenpositionierung

„SAG MAL, REINHARD!“ – ERKENNTNISSE AUS 25 JAHREN EVENTARBEIT

Teil 2: Die Lust auf Real-Life Events nach Corana

Die Lust auf Real-Life Events ist zurück – und stärker denn je. Nach der Corona-Pandemie hat sich die Veranstaltungsbranche tiefgreifend verändert. Digitale und hybride Formate haben an Bedeutung gewonnen, gleichzeitig ist jedoch das persönliche Erleben wieder in den Mittelpunkt gerückt.

Im zweiten Teil unserer Interviewreihe „Sag mal, Reinhard!“ – Erkenntnisse aus 25 Jahren Eventarbeit gibt Geschäftsführer Reinhard Pommerel Einblicke in die Entwicklungen der Branche, zeigt Herausforderungen auf und erklärt, welche Chancen sich daraus für Unternehmen, Veranstalter und Teilnehmende ergeben.

Von digital zu live: Warum persönliche Begegnungen wieder boomen

„Während der Corona-Zeit waren Veranstaltungen fast ausschließlich digital oder hybrid“, erklärt Reinhard Pommerel. „Doch das hat sich – zwar nicht von heute auf morgen, aber sehr deutlich – verändert. Heute erleben wir einen starken Ansturm auf Live-Formate.“

Ein prägnantes Beispiel dafür ist der Digital Summit Nordwest 2022: Von ursprünglich erwarteten rund 300 digitalen Teilnehmenden verfolgten letztlich nur etwa 30 Personen das Event online. Der überwiegende Teil entschied sich bewusst für die Teilnahme vor Ort – aus einem klaren Bedürfnis heraus: Menschen möchten sich wieder persönlich begegnen.

Digitalisierung bleibt – dort, wo sie Sinn macht

Trotz der Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen wird Digitalisierung in der Eventbranche nicht verschwinden. Vielmehr hat sich ein hybrides Denken etabliert. Veranstaltungen werden heute häufig parallel analog und digital geplant, unter anderem als flexible Plan-B-Lösung für unvorhersehbare Situationen.

Schlussendlich gilt: Digitale Formate bleiben dort bestehen, wo sie einen echten Mehrwert schaffen – etwa zur Reichweitenverlängerung, für internationale Zielgruppen oder zur nachhaltigen Ergänzung von Live-Erlebnissen.

Neue Unsicherheit und kürzere Planungsphasen

Was sich jedoch nachhaltig verändert hat, ist die Planungssicherheit. Globale Krisen wie die Pandemie oder der Ukraine-Krieg sorgen weiterhin für Zurückhaltung bei Unternehmen. Die Folge sind deutlich kürzere Planungszeiträume für Veranstaltungen.

Für Eventagenturen bedeutet das eine wachsende Herausforderung: Je kürzer die Vorlaufzeit, desto schwieriger wird es, ausreichend Personal, Dienstleister und Gewerke zu koordinieren. Diese Unstetigkeit stellt ein neues Normal dar, mit dem die Branche lernen muss umzugehen.

Vertrauen als stabiler Anker der Eventbranche

Bei allen Veränderungen ist eines konstant geblieben: das Vertrauen der Kunden. Gerade in unsicheren Zeiten ist Vertrauen ein entscheidender Faktor. Viele Auftraggeber haben ihre Budgets während der Pandemie eingefroren und ihre Veranstaltungen anschließend gemeinsam mit ihren Agenturen nachgeholt.

Dieses Vertrauen ist in vielen Fällen sogar gewachsen. Kunden verlassen sich darauf, dass Konzepte ehrlich beraten, Budgets verantwortungsvoll eingesetzt und Events zuverlässig umgesetzt werden.

Mut, Resilienz und neue Denkweisen

Die Corona-Zeit hat die Branche resilienter gemacht. „Wir haben den Mut entwickelt, Dinge umzusetzen, die wir uns zuvor nicht zugetraut hätten“, so Pommerel. Diese Haltung ist eine zentrale Lehre für die Zukunft – insbesondere im Hinblick auf neue Technologien, Trends und Nachhaltigkeit in der Eventbranche.

Zurück zur Natürlichkeit: Authentische Eventformate

Ein klarer Trend zeigt sich in der Eventgestaltung: zurück zur natürlichen Umgebung. Statt auf aufwendige Inszenierungen setzen viele Konzepte auf authentische Locations, bewusste Akzente und eine starke Verbindung zwischen Ort, Inhalt und Aussage der Veranstaltung.

Teilnehmende sollen immersiv eingebunden werden und eins mit ihrer Umgebung sein. Die Location wird damit zum integralen Bestandteil des Veranstaltungskonzepts.

Produkte dorthin bringen, wo sie entstehen

Zukunftsfähige Events denken Produkte neu. Statt aufwendiger Transporte in umgebungsfremde Messehallen gewinnen produktnahe Präsentationen an Bedeutung. Eine Ausstellung regionaler Produkte direkt vor Ort – beispielsweise bei landwirtschaftlichen Betrieben – schafft authentische Erlebnisse, reduziert Kosten und senkt den ökologischen Fußabdruck.

So entstehen reale, glaubwürdige Erlebnisse mit echtem Mehrwert für alle Beteiligten.

Ehrliche Beratung als Mehrwert

Was Kundinnen und Kunden künftig erwarten dürfen, ist vor allem eines: Ehrlichkeit. Dazu gehört auch, das eigene Geschäftsmodell regelmäßig zu hinterfragen – so wie es während der Corona-Zeit geschehen ist.

Dieser Mut fließt weiterhin in Beratungsgespräche, zukunftsorientierte Konzepte und Eventpräsentationen ein, um nachhaltige und wertschöpfende Lösungen zu entwickeln.

Regionale Verwurzelung und Blick nach vorn

Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die regionale Verwurzelung. Mit dem Ziel, die Veranstaltungswirtschaft langfristig zu stärken, wurde kürzlich die Landesvertretung NORDWEST ins Leben gerufen. Dieses Engagement soll die Branche regional vernetzen und zukunftsfähig aufstellen.

Mehr dazu folgt im nächsten Blogbeitrag.

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